Seasons of Media Arts 2021 – Connected Future

Lichtinstallationen, Medienprojektionen an Gebäudefassaden und auf Straßen, künstlerische Interventionen und experimentelle Veranstaltungen – das Medienkunstfestival Seasons of Media Arts präsentiert Kunst im öffentlichen Raum und verwandelt Karlsruhe in eine Bühne innovativer, kooperativer und vernetzter Medienkunst.

Mit einer besonderen Ausgabe des Festivals Seasons of Media Arts erhalten lokale Künstlerinnen und Künstler im Rahmen des Karlsruher Kultursommers 2021 die Möglichkeit, ihre medienkünstlerischen Werke an verschiedenen Standorten im städtischen öffentlichen Raum zu präsentieren. Lichtinstallationen, Projektionen an Gebäudefassaden und in Schaufenstern, Soundinstallationen und Augmented-Reality-Applikationen verwandeln die Stadt während der Seasons of Media Arts in eine Bühne für digitale, interaktive und virtuelle Medienkunst. Vier Wochen – vom 17. September bis zum 17. Oktober 2021 – stehen insbesondere die Werke jener Karlsruher Künstlerinnen und Künstler im Fokus, die in Folge der Pandemie in den letzten Monaten nur unter erschwerten Bedingungen arbeiten konnten und durch den Wegfall zahlreicher Ausstellungsmöglichkeiten schwere finanzielle Einbußen hinnehmen mussten.

Nach den langen Monaten des Lockdowns und des Balancierens zwischen virtuellem und analogem Raum ist das diesjährige Motto Connected Future im doppelten Sinn zu verstehen: Es verweist einerseits auf den Einsatz digitaler Technologien, die Kommunikation und Begegnung sowie das Erleben von Kunst auf Distanz ermöglichen – ein Phänomen, das wir seit dem letzten Jahr in beispielloser Intensität und Allgegenwärtigkeit erleben. Andererseits bezieht sich der Titel auf das ungebrochene Bedürfnis nach unmittelbarer physischer Nähe und sozialer Interaktion, das nach wie vor allerorten zu spüren ist. Einsamkeit und Isolation entpuppen sich als die Kehrseite der universellen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten, die mit der permanenten Verfügbarkeit von Smartphones, Tablets und Laptops einhergehen. Die an der Schnittstelle von Kunst und Technologie arbeitenden Künstlerinnen und Künstler stellen mit ihren häufig softwarebasierten Arbeiten ein hohes Bewusstsein für die komplexen gesellschaftlichen Dynamiken unter Beweis, die mit der Digitalisierung einhergehen. Als universale Sprache der Kunst bildet die Medienkunst in unserer heutigen auf Daten basierten Zeit nicht nur die umfassenden technologischen Transformationen ab, die unsere Gegenwart prägen, sondern auch die gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche, die den Übergang von der körperbasierten Nah- zur telematischen Ferngesellschaft markieren.

Die durch das UNESCO-Projektförderprogramm für Medienkunst der Stadt Karlsruhe unterstützten Werke, die auf dem vom ZKM I Karlsruhe und vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe konzipierten Festival zu sehen sind, greifen vielfach gesellschaftsrelevante Fragestellungen auf und erproben, wie heute durch Vernetzung und Austausch – ob analog oder digital, global oder lokal – Zukunft gestaltet werden kann. Kreativ lässt sich der Stadtraum während der Seasons of Media Arts durch Klang erkunden, interaktiv lassen sich imaginäre Welten erzeugen, immersiv die komplexen Beziehungen zwischen Mensch und Natur neu denken.

Die größtenteils neukonzipierten Arbeiten thematisieren sowohl kritisch wie auch spielerisch verschiedene soziale, mediale und ökologische Herausforderungen, die die heutige Zeit in besonderem Maße prägen. Das Themenspektrum reicht von dem ungebremster Ressourcenverbrauch, dem leichtfertigen Umgang mit unseren digitalen Spuren im Netz bis hin zu Filterblasen und Echokammern, Überwachungstechnologien und Augmented Reality. Dabei geben die künstlerischen Arbeiten ungewohnte Einblicke in die Welt von morgen.

Weitgehend unabhängig von sich verändernden Inzidenzwerten ermöglicht die Präsentation der Kunstwerke im Außenraum ein pandemiegerechtes Kunsterlebnis, das im Anschluss an das Light Art Festival Karlsruhe zusammen mit den in diesem Jahr dezentral in den Stadtraum ausgeweiteten Schlosslichtspielen dazu einlädt, Karlsruhe durch Medien- und Lichtkunst neu zu entdecken.

Beteiligte Künstler*innen und Mitwirkende
Sarah Degenhardt I Paris Díaz I Sarai Rose Duke I Holger Förterer I Eva Judkins I Jia Liu I Rainer Kehres I Alexander Liebrich I Christian Lölkes I Didi Müller I Gerardo Nolasco-Rózsás I João Carlos Pinto I PONG Li.Studios I Marie Sester I Andreas Siefert I Peter Weibel I Dan Wilcox I Marco Zampella

Impressum

Konzept
Susanne Asche and Peter Weibel

Projektteam am ZKM
Philipp Ziegler (Leitung) I Jessica Menger (Projektkoordination) I Jan Gerigk (technische Projektleitung) I Tatjana Borodin (Projektassistenz)

Projektteam Kulturamt
Anastasia Ziegler (Leitung) I Blanca Giménez (Projektkoordination) I Claudia Lahn I Angela Hartmann-Eckstein

Jury des UNESCO-Projektförderprogramms für Medienkunst
Susanne Asche, Leiterin Kulturamt Stadt Karlsruhe (Vorsitzende), Michael Bielicky, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG), Anja Casser, Direktorin Badischer Kunstverein Karlsruhe e.V., Martin Wacker, Geschäftsführer Karlsruhe Marketing und Event GmbH (KME), Anastasia Ziegler, Koordinatorin UNESCO City of Media Arts, Kulturamt Stadt Karlsruhe, Philipp Ziegler, Leiter kuratorische Abteilung ZKM I Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe

Werke

#We are City, 2020-2021

ACCESS, 2001-2003 + 2005 + 2021

Cartography of the Stain: New Fossils, 2020-2021

Dialog der Künste, 2021

dropshadow 2(.)1, 1999–2021

Rainer Kehres, Fokus, 2021, Kinetisches Lichtobjekt, © Rainer

Fokus, 2021

KAPSEL / ECHO CHAMBER, 2021

Klangkanal, 2012 + 2019 + 2021

LIMBO, 2020-2021

Posteden or how to explain from hominization to posthumanism to a virtual hare, 2021

REFLECTION OF THE PROJECTION – Ein Kontemplationsraum, 2021

Saving Water, 2020-2021

Shadow Play, 2021

The Silent Chaos of Colors, 2020-2021

UrbanExplorAR, 2020-2021