Stadt der Medienkunst

© Stadt Karlsruhe, Kulturamt, Foto: raumkontakt, Jürgen Lenhardt

2019 wurde Karlsruhe von der UNESCO als erste und bisher einzige Stadt in Deutschland mit dem Titel Creative City of Media Arts [Stadt der Medienkunst] ausgezeichnet und in das internationale UNESCO Creative Cities Network(UCCN) aufgenommen. Als UNESCO Creative City ist Karlsruhe den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung verpflichtet, insbesondere der Rolle von Kreativität und Kultur beim Aufbau nachhaltiger Stadtgesellschaften.

Karlsruhe als kreative Stadt der Medienkunst

Medienkunst ist universell – sie steht für soziale und technologische Innovation, für Kreativität, Vernetzung, Interdisziplinarität, und bringt Kunst und Wissenschaft auf vielfältige Weise zusammen.
Karlsruhe ist eine Stadt, in der Medienkunst in ihren verschiedenen Formen zum Leben gehört: Arbeits- und Freizeitstrukturen, sowie öffentliche und institutionelle Räume bieten den Bürger*innen und Gästen die Möglichkeit Medienkunst auf vielfältige Art und Weise im Stadtraum zu erleben.

Als boomender IT-Standort verfügt Karlsruhe über eine exzellente und breit angelegte Hochschul- und Forschungslandschaft. Dieses Netz und eine historische kulturelle Infrastruktur von außergewöhnlicher Vielfalt für eine Stadt ihrer Größe verbinden sich mit einer florierenden Kultur- und Kreativwirtschaft.

Kultur und Kreativität sind wichtige Wirtschaftsfaktoren, die Umsatz, Beschäftigung und Einkommen generieren, Zukunftsfaktoren wie die Digitalisierung gestalten und Innovationen sichern. Sie eröffnen Zukunftsperspektiven für innovative und kreative Menschen, die an den lokalen Universitäten ausgebildet werden. Kultur und Kreativität bringen Menschen zusammen und fördern den sozialen Zusammenhalt. Sie prägen den Strukturwandel und haben positive Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. Sie erhöhen die Attraktivität der Stadt, verbessern ihr Image und erregen die nationale Aufmerksamkeit – mit anderen Worten, sie machen die Stadt zu einem besseren Lebensraum.

Karlsruhe blickt außerdem auf eine lange Tradition als Stadt des Rechts, der Grundrechte und der Demokratie zurück. In Karlsruhe befinden sich mit dem Bundesgerichtshof und dem Bundesverfassungsgericht die höchsten Rechtsinstanzen Deutschlands. Als geographischer Sitz der Judikative steht die Stadt für die Werte einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. Rechte, die für Künstler wichtig sind, wie Kunstfreiheit und Meinungsfreiheit, werden hier verhandelt, gepflegt und verteidigt. Besonders zur Realisierung medienkünstlerischer Werke, die oft durch digitale Teilhabe, Interaktion und Partizipation geprägt sind oder sich mit kritischen Fragestellungen beschäftigen, ist dies eine wichtige Voraussetzung. Als Stadt des Rechts und Stadt der Medienkunst kann Karlsruhe somit zwei wichtige globale Themen zusammenbringen.

Der Beitritt zum UNESCO Creative Cities Netzwerk gibt Karlsruhe und den Interessensgruppen der Stadt die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, neue Impulse zu geben und neue Verbindungen zu Organisationen und Künstlern in den UNESCO Creative Cities auf allen Kontinenten aufzubauen. Die Aufnahme in das Netzwerk wird der Stadt einen neuen Anstoß geben und eine dynamische Entwicklung der kreativen Innovationen fördern.

Kreativität wird als strategischer Faktor für eine nachhaltige Stadtentwicklung angesehen, der auch die Verbindungen zwischen IT und Kreativszene, Wirtschaft und Stadtgesellschaft stärkt und die Integration von Open-Source- und NGO-Szene fördert.

Die interne Vernetzung und Integration der Szenen erleichtert die Bildung einer urbanen Identität und ermöglicht ein differenzierteres Außenprofil. Die Mitgliedschaft stärkt die internationale Vernetzung, Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Kulturinstitutionen, Künstlern und Spezialisten der digitalen Kultur und Kreativwirtschaft auf internationaler Ebene. Damit steht die Anwendung in vollem Einklang mit der 2012 von der Stadt Karlsruhe beschlossenen Internationalisierungsstrategie.

Die Stadt Karlsruhe und ihre kreativen Akteure möchten sich auf vielfältige Weise in das UNESCO Creative Cities Netzwerk einbringen und Innovationen und Know-How aus der wechselseitigen Beziehung von Medienkunst und den Bereichen Kultur- und Kreativwirtschaft, IT, Wissenschaft und Forschung, sowie Demokratie und Grundrechten in die Mitgliedsstädte und in den globalen Kontext tragen.