My name is Samanea saman, 2023

Diegó, Lucía
Kabis, Desiree
Foto: Desiree Kabis

Oft wird die Natur angeführt, um zu argumentieren, dass der Unterschied zwischen den Geschlechtern normal ist und alles, was nicht der Heteronorm entspricht, als „unnatürlich“ abzustempeln. Dabei gibt es in der Pflanzen- und Tierwelt viele Beispiele für gleichgeschlechtliche Beziehungen und Fortpflanzung. Wenn wir Geschlechts- und Rollenklischees hinter uns lassen, können wir auch Normen, Erwartungen und Stereotypen loswerden. Das Kunstwerk My name is Samanea saman regt dazu an, über Queerness und die Verbindung zwischen Menschen und Natur nachzudenken.

Zwischen den Ästen des Samán-Baums laden farbige Stoffbahnen Besucher*innen ein, sich mit der Umgebung zu verbinden. Künstlerische Prothesen unterstützen das Wachstum des Baums, während ein Smartphone-Audiowalk Erinnerungen und Geschichten über Transformation, Zeit und Widerstand teilt. Der Samán-Baum im Museo La Tertulia widerstand Wetter, Jahreszeiten und menschlichen Entscheidungen, erlebte den Museumsbau und Veränderungen in seiner Umgebung. Als stiller Beobachter behält er Wandlungsprozesse in Erinnerung, ohne zu urteilen.

Der 3D-gescannte Samán-Baum wird auch als digitaler Zwilling in der Casa de Mono projiziert. Besucher*innen erleben die Interaktion mit dem Baum unabhängig von Zeit und Raum. My name is Samanea saman wird im Jahr 2024 auch in Karlsruhe zu sehen sein, wo das Projekt an die lokalen Anforderungen angepasst wird.

Enstanden im Rahmen des City to City Austauschprogramms 2023 zwischen den beiden UNESCO Creative Cities of Media Art Karlsruhe und Cali (Kolumbien).


Laufzeit: 02.11.2023 – 23.11.2023 
Standort: Gärten des Museo La Tertulia, Cali und Casa de Mono, Cali