Wie kann man den zahlreichen Krisen unserer Zeit als Gesellschaft begegnen? Und welche aktive Rolle kann die Kunst dabei spielen? Wie muss sich unsere Gesellschaft auf systemischer Ebene verändern, damit die Erde auf längere Sicht bewohnbar bleibt? Wie kann mit den traditionellen Vorstellungen von Kunst gebrochen werden, um ihre soziale Wirkung zu verstärken und neue Allianzen zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft zu stiften?
Die Ausstellung Fellow Travellers. Kunst als Werkzeug, die Welt zu verändern fungiert als Katalysator für diese Fragen: Als Ort des Möglichen bietet sie eine Plattform für künstlerische Projekte, die beispielhaft den Nutzen der Kunst für die Gesellschaft demonstrieren. In verschiedene Kapitel gegliedert versammelt Fellow Travellers Projekte dieser Art, um sie in Dialog zu bringen und einen Austausch zu ermöglichen.
Im Juli 2025 eröffnet im Rahmen von Fellow Travellers das neue Ausstellungskapitel Assembling Grounds. Praktiken der Koexistenz. Dieses entwickelte sich in Indien und Sri Lanka auf Basis der von Bruno Latour und Peter Weibel angestoßenen ZKM-Reiseausstellung Critical Zones. In Search of a Common Ground (2022–24). Diese Reiseausstellung wurde vom ZKM in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Mumbai und der Unterstützung des Netzwerks des Goethe-Instituts Südasien vorbereitet und realisiert – eine inspirierende Kollaboration, die sich nun für Assembling Ground fortsetzt. Auf ihrer Reise brachte die Ausstellung verschiedenste Orte, lokale Gemeinschaften und Ideen aus unterschiedlichen Kontexten zusammen.
Die so entstandenen Werke, darunter zahlreiche Neuproduktionen, hinterfragen moderne Paradigmen der Wissensproduktion und des linearen technischen Fortschritts. Sie stellen ihnen Mikrogeschichten des kulturellen Widerstands entgegen, wobei sie sich auf traditionelle Kulturtechniken aus verschiedenen Orten des indischen Subkontinents beziehen. Kunstpraxis wird so zu einem Medium der Wiederherstellung und der Erhaltung von Wissen, das aufgrund von ökologischen urbanen und politisch-ökonomischen Entwicklungen verloren geht oder vom Verlust bedroht ist.
Die Eröffnung wird von Veranstaltungen und Aktivierungen begleitet: Am Freitag, den 25. Juli, finden ab 16 Uhr Vorträge und Diskussionen statt – u.a. mit Jahnavi Phalkey, Ravi Agarwal, Bettina Korintenberg, Amruta Nemivant und Mira Hirtz. Darauf folgt die Ausstellungseröffnung um 19:30 Uhr. Am Samstag, den 26. Juli, laden wir Sie ab 11 Uhr zu Gesprächsrunden mit Künstler*innen ein und anschließend zu Performances auf der Streuobstwiese des ZKM. Ein detailliertes Programm folgt in Kürze hier.
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