Die sogenannte „Plastisphäre“ bezeichnet den mikrobiellen Lebensraum, der sich auf Plastikpartikeln in den Weltmeeren bildet. Er wurde erstmals 2013 von den Meeresbiolog:innen Linda Amaral Zettler, Tracy Mincer und Erik Zettler beschrieben. Auf den untersuchten Fragmenten fanden sich unter anderem Bakterienkolonien, Kieselalgen, Pilze und Wimperntierchen. Da Plastik in immer kleinere Teile zerfällt und sehr lange braucht, um abgebaut zu werden, können diese Organismen auf den Partikeln über weite Distanzen reisen.
Live from Plastisphere richtet den Blick auf Mikroplastik in der Karlsruher Alb. Mittels Rasterelektronenmikroskopie wurde ein aus der Alb entnommener Polypropylenpartikel 1.000-fach vergrößert. Als Fotocollage aus 104 Einzelaufnahmen erscheint er im Schaufenster des Museums beim Markt stellvertretend für die Milliarden Plastikpartikel, die täglich über Flüsse in die Ozeane gelangen. Am Fundort an der Alb-Fischtreppe markiert eine Signalflagge den Mikroplastikgehalt und macht sichtbar: auch lokale Gewässer sind durch Mikroplastik belastet.
REM-Aufnahmen: Markus Ernstberger, Antonio Bulgheroni, JRC Karlsruhe
Alb-Messwerte: Katrin Schuhen, Wasser 3.0 gGmbH
Grafikdesign: Rebecca Zink und Severin Geißler
Teil der Ausstellung Media art is here (2026).
Laufzeit: 13.08.2026 – 13.09.2026
Standort: Museum beim Markt und Fischtreppe am Thomaswehr (Grünwinkel)
Gefördert im Rahmen des Projektförderprogramms für Medienkunst der UNESCO City of Media Arts Karlsruhe 2025.