Am 10. Juli eröffnen im Badischen Kunstverein zwei neue Ausstellungen:
Stefan Bertalan
Ich habe 130 Tage mit einer Sonnenblume gelebt
11.7.–23.11.2025
Der Badische Kunstverein widmet dem rumänischen Künstler Stefan Bertalan (*1930, Răcăștie – 2014, Timișoara) eine umfassende Ausstellung in Deutschland. Zentraler Gegenstand seiner Untersuchungen ist die Natur, insbesondere die Pflanzen, aber auch Tiere (Insekten), Steine, Muscheln, Mineralien, Landschaften, Wolken und Winde oder astronomische Körper und kosmologische Zusammenhänge. Bertalan arbeitete mit verschiedenen Medien, wobei die Ausstellung vor allen Dingen seine experimentellen Fotografien, Aktionen, Happenings und Performances in den Blick nimmt.
Bertalans Interesse galt Pflanzen, die eine außergewöhnliche geometrische Ordnung oder vegetabile Widerständigkeit markieren, wie der zu einem Netz verzweigte Aprikosenbaum, die pentagonale Stechapfelblüte oder der fraktale Blumenkohl. Neben einem analytischen Interesse zeigt sich hier ein sehr subjektives Gespür für die Natur als Allianz im universellen (Kunst-)System – mit den Pflanzen als ihre Agentinnen. Bertalans Verhältnis zur Natur war geprägt von der Bionik, der Systemtheorie und einem holistischen Weltbild mit untrennbaren Beziehungen zwischen den Lebewesen in Raum und Zeit.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung, ermöglicht mit großer Unterstützung durch Esther Schipper und The Estate of Stefan Bertalan sowie von Georg Lecca / Sammlung Lecca, München.
Plants_Intelligence
Sabian Baumann, Ursula Damm, Kyriaki Goni, Ingela Ihrman, Jochen Lempert (eingeladen von Christiane Meyer-Stoll), Julia Mensch, Mathilde Rosier, Una Szeemann, Zheng Bo
11.7.–23.11.2025
Plants_Intelligence schließt an Stefan Bertalans radikale Wertschätzung von Pflanzen und seine wissenschaftlich-künstlerische Suche nach artenübergreifenden Beziehungen an. Wie gehen Künstler:innen heute mit unserer Abhängigkeit von, Verwandtschaft mit und Liebe zu Pflanzen um? Wo sind die Schnittstellen? Wie begreifen und gestalten sie vegetabile Handlungsmacht und Intelligenz?
Über Jahrtausende (wenn nicht Jahrmillionen) miteinander gewachsen, sind die Beziehungen zwischen Menschen und Pflanzen alt und eng. Zumeist übersehen, sollen die Pflanzen uns nur Nahrung, Kleider, Treibstoff oder Dekor liefern – und ansonsten nicht weiter auffallen. Dabei sind Pflanzen intelligente Wesen: Sie haben Wünsche und Intentionen, kommunizieren und agieren, sind flexibel und lösen Probleme.
Die eingeladenen künstlerischen Positionen verstehen Pflanzen als handlungsmächtige Wesen, als Gefährt*innen der Menschen und machen dies anhand unterschiedlicher künstlerischer Methoden deutlich.
Ausstellung und Veranstaltungsprogramm sind eine Kooperation zwischen dem Badischen Kunstverein Karlsruhe und dem von Yvonne Volkart initiierten und geleiteten Forschungsprojekt Plants_Intelligence. Learning Like a Plant (2021–25), das am Institut Kunst Gender Natur der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW verortet und vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert ist.
Weitere Informationen und Programm unter https://www.badischer-kunstverein.de.