Medienkunst im Fokus

20. Mai 2022 — 25. September 2022

Johanna Wagner, Money, 2021 © Johanna Wagner

Die Städtische Galerie Karlsruhe stärkt mit Blick auf ihr Ausstellungsprogramm sowie die Weiterentwicklung ihrer Sammlungsbestände ihren Medienkunst-Bereich. Neben den traditionellen Schwerpunkten Malerei, Skulptur und Zeichnung sind im Rahmen von Sonderausstellungen Arbeiten von Medienkünstler*innen aus den Bereichen Video und Installation zu sehen. Auch die Sammlung zeitbasierter Medien wird durch Neuerwerbungen gestärkt und im Zusammenhang der Neupräsentation der Bestände voraussichtlich 2023 eine besondere Rolle spielen. Zu den jüngst erworbenen Medienkunst-Arbeiten gehören Werke von Pipilotti Rist, Elsa & Johanna und Olaf Nicolai.

Laura Gaiser, Frucht Fleisch

Unter dem Titel Frucht Fleisch gibt die Künstlerin Laura Gaiser einen Einblick in ihre neueste künstlerische Arbeit. Sie zeigt Filme, die aus tausenden Einzelbildern in Stop-Motion-Technik entstehen. Dabei verschmelzen Licht und Farbe die verschiedenen Realitätsebenen zu einer neuen, überraschenden Einheit. Die Akteur*innen nehmen mithilfe von Kostümen und Accessoires unterschiedliche Identitäten an, durch den Einsatz von Tierfellen und Teilen von Tieren verwandeln sie sich in zoomorphe Wesen. Die Szenerien wirken fremd und irritierend, mitunter sogar erschreckend und alptraumhaft. Die Künstlerin visualisiert in ihren Filmsequenzen Träume, Hoffnungen und Ängste, sie gibt dem menschlich-tierischen Agieren und Werben, aber auch der Gewalttätigkeit und den Verletzungen einen eigenen Raum und einen ganz eigenen Ausdruck.

Die Arbeiten von Laura Gaiser sind noch bis zum 11. September 2022 in der Städtischen Galerie Karlsruhe zu sehen.

Johanna Wagner, fool for a plant

In ihren aktuellsten Arbeiten, die gleich zu Beginn am Treppenaufgang präsentiert werden, inszeniert die Künstlerin Johanna Wagner unsere Erde und ihre Biosphäre als Lebewesen, wie sie Mitte der 1970er-Jahre von den Naturwissenschaftler*innen Lynn Margulis und James E. Lovelock im Rahmen der Gaia-Hypothese beschrieben wurde. Die Fotografien, Videoarbeiten und Keramiken offenbaren dabei die tiefgründige, aber auch humorvolle Arbeitsweise der Künstlerin. Küchenrezepte flüstern, Bohnen brechen und rhythmisch Rettich reiben: die ASMR*-Music-Video-Cooking-Show „Bloom ‘n Broom“ wiederum verbindet Performance, Video, Tanz, Musik mit der Verarbeitung von Obst und Gemüse. Die Kooperation der Künstlerinnen Johanna Wagner und Ayla Pierrot Arendt, die 2021 im Rahmen der Reihe TRACKS im Kulturzentrum Tempel Karlsruhe entstanden ist, öffnet Handlungs- und Gedankenräume, in denen Themen wie Natur, Fortpflanzung und Diversität thematisiert werden. Die Frage nach Bewegung und Form im Raum ist schließlich Gegenstand der Arbeiten „Wavebreaker“, „Ant Dance“ und „Bewegte Teile“. In Noppenschaum gekleidet, posiert die Künstlerin hier in tänzerischen Figuren, choreografiert die Bewegung organischer Formen im Raum und verarbeitet diesen „Ameisentanz“ schließlich fotografisch.

Die Arbeiten von Johanna Wagner sind noch bis zum 25. September 2022 in der Städtischen Galerie Karlsruhe zu sehen.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag: 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag und feiertags: 11 bis 18 Uhr, Montag und Dienstag geschlossen.

Eintritt: 8 Euro / 6 Euro ermäßigt. Freier Eintritt am 23./24. Juli und am 24./25. September 2022 sowie an jedem Freitag ab 14 Uhr.

Weitere Informationen unter https://galerie.karlsruhe.de/ausstellung