Im studio hö entsteht ab Januar eine Magazin-Werkstatt
Die Karlsruher Student*innen Rosa Deutsch, Lilly Oehler und Zhou Bingzhen erhalten für ihr Projekt Unser VERLAG das sprint2-Stipendium. Ab Januar 2026 wird das Team drei Monate lang das studio hö in der Karlsruher Innenstadt in eine offene Werkstatt für Zines verwandeln – kleine, selbstgemachte und selbstpublizierte Hefte.
Im Rahmen des Projekts können Interessierte vorbeischauen und eigene Themen einbringen. Dafür richten die Stipendiat*innen eine Werkstatt ein, ergänzt durch eine Tausch- und Leseecke, einen kleinen Kiosk sowie offene Treffen und Mitmachangebote.
Das Projekt wurde im Rahmen des sprint2-Stipendiums im studio hö ausgewählt, das einmal jährlich an Studierende Karlsruher Hochschulen vergeben wird und eine Teilnahme von Studierenden mindestens zweier verschiedener Hochschulen voraussetzt, wodurch ausdrücklich die Zusammenarbeit unterschiedlicher künstlerischer und gestalterischer Gattungen gefördert wird. Die Jury, bestehend aus Yella Hoepfner (Hoepfner Stiftung), Blanca Giménez (Kulturamt der Stadt Karlsruhe, Stabsstelle UNESCO City of Media Arts), Norina Quinte (ato) und Petra Weßbecher (Kulturamt der Stadt Karlsruhe), begründet ihre Entscheidung zur Auswahl des Projekts Unser VERLAG wie folgt:
Ausschlaggebend war die klare Grundidee, das studio hö in einen offenen, begehbaren Publikationsraum zu verwandeln – einen Ort, an dem Zines als künstlerische Medien entstehen, geteilt und diskutiert werden können. Dieses Konzept überzeugt nicht nur durch seine Stringenz, sondern auch durch große Prozessoffenheit: Der Raum bleibt flexibel, reagiert auf Begegnungen, kann wachsen, sich verändern oder neue Formen annehmen. Die kontinuierliche Möglichkeit zur Mitgestaltung – durch Workshops, spontane Interventionen oder das gemeinsame Produzieren – entspricht dem Kernverständnis des studio hö als öffentlichem, kollaborativem Experimentierraum.
Besonders wichtig war der Jury der medienkünstlerische Aspekt des Projekts, der zeigt, wie weit Medienkunst über digitale Technologien wie Video, Robotik, KI oder Screen-Installationen hinaus reicht. Medienkünstlerische Praxis umfasst ebenso Publikationskulturen, Fragen der Autor:innenschaft, die Verteilung von Öffentlichkeit, Strategien der Selbstrepräsentation, Formen der Vernetzung und die Verbreitung von Inhalten. Genau hier setzt Unser VERLAG an. Das Zine/Kiosk-Projekt arbeitet mit Medien im ursprünglichen Sinn: als Werkzeuge der Kommunikation, der Sichtbarkeit und der Selbstermächtigung. Das Studio wird selbst zum Medium – ein Ort, an dem Öffentlichkeit hergestellt und geteilt wird.
Damit verbindet Unser VERLAG künstlerische Praxis, mediale Forschung und soziale Teilhabe in überzeugender Weise – zugänglich, klug und zugleich tief verankert in medienkulturellen Fragestellungen.
Die Jury freut sich sehr, ab dem kommenden Jahr das studio hö für drei Monate an Rosa Deutsch (Hochschule für Gestaltung Karlsruhe), Lilly Oehler (Staatliche Akademie der bildenden Künste Karlsruhe) und Zhou Bingzhen (KIT) übergeben zu dürfen und ist gespannt auf die vielen Publikationen, Stimmen und Begegnungen, die in dieser Zeit entstehen.
Über das studio hö
Das studio hö ist ein Produktionsort und Ausstellungsraum für Medienkunst, Fotografie und Installation im Herzen von Karlsruhe. Es ist ein Projekt der Hoepfner Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Karlsruhe und der Stabsstelle UNESCO City of Media Arts und wird unterstützt durch die Hoepfner Bräu Immobilien Verwaltung.