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Neues Forschungsprojekt an der HfG Karlsruhe: Critical Faculties. BiPoC+ FLINTA* an Kunstakademien

19. November 2025

Projektteam der HfG Karlsruhe, Foto: Clarissa Schmitz-Rode

Im Juni 2025 startete an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe ein bundesweit einzigartiges Forschungsprojekt zur künstlerischen und wissenschaftlichen Förderung von BiPoC+ FLINTA*. Unter Leitung der Bildenden Künstlerin Ülkü Süngün widmet sich das Projekt der Analyse struktureller Barrieren für BiPoC+ FLINTA* an Kunsthochschulen. Ziel ist es, praxisnahe Handlungsempfehlungen für mehr Sichtbarkeit, Repräsentation und institutionellen Wandel zu entwickeln.

Das Verbundprojekt Critical Faculties. BiPoC+ FLINTA* an Kunstakademien untersucht zeitgleich an der HfG Karlsruhe und UdK Berlin strukturelle Hindernisse für BiPoC+ FLINTA* an Kunstakademien sowie Mechanismen, die die Sichtbarkeit von BiPoC+ FLINTA* und ihren Leistungen in den Bereichen Bildender Kunst, Kunstwissenschaften und Wissenschaft erschweren. Mit BiPoC+ FLINTA* sind alle Personen, die sich als Frauen, Lesben, trans*, inter, nichtbinär oder genderqueer verstehen und in Deutschland aufgrund ihrer (zugeschriebenen) Herkunft, Religion, Sprache oder ihres Aussehens rassistische und/oder antisemitische Diskriminierung erfahren, gemeint.

Das Projekt verknüpft künstlerische und wissenschaftliche Forschung. Die wissenschaftliche Erhebung mit Fokus auf Rassismus-, Ungleichheits- und Hochschulforschung wird von Prof. Ulaş Aktaş und Mitarbeiterin an der UdK Berlin betreut. Ziel ist es, aus den Forschungsergebnissen praxisnahe Handlungsempfehlungen für den Abbau und die Überwindung dieser Hindernisse zu entwickeln. Die Wirksamkeit dieser Handlungsempfehlungen soll durch wissenschaftlich begleitete partizipative Praxisforschung erprobt werden.

Die künstlerische Forschung ist an der HfG Karlsruhe im Fachbereich Medienkunst angesiedelt und wird in Kooperation mit der ABK Stuttgart, der AdBK Nürnberg und der HBK Braunschweig als ein Modellprojekt durchgeführt. Die interdisziplinäre Kern-Konzeptgruppe- das LAB, vereint bekannte Expertinnen aus Kunst und Wissenschaft, darunter Prof. Diana McCarty, Ülkü Süngün und Anna Feldbein (HfG Karlsruhe), Prof. Heba Amin, Prof. Lucienne Roberts, Prof. Katrin Ströbel und Carmen Westermeier (ABK Stuttgart), und Prof. Anike Joyce Sadiq (AdBK Nürnberg) sowie Prof. Havîn Al-Sîndy (HBK Braunschweig). Ausgangspunkt der künstlerischen Forschung sind Fragen zu Wissensproduktion und Archiven, Dekolonisierung von Algorithmen, dem Kunstkanon in der Lehre, Visual Codes und Sichtbarkeitspolitiken in der Kunst, Zeichnung als politische Geste, sowie Selbstinstitutionalisierung als künstlerisch-politische Strategie.

Die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprozesses werden in einem internationalen Symposium sowie einer Ausstellung 2027 in Karlsruhe präsentiert. Die Dokumentation erfolgt über eine zweisprachige Open-Access-Publikation und Projektwebseite.

Weitere Informationen:
https://hfg-karlsruhe.de/aktuelles/critical-faculties-bipoc-flinta-an-kunstakademien/
www.innovative-frauen-im-fokus.de
www.kompetenzz.de