In Karlsruhe gibt es über 1.900 Straßen, Brücken und Plätze. Davon wurden fast 600 nach Männern benannt und etwa 80 nach Frauen und weiblichen Sagenfiguren. Dies entspricht einer binären Geschlechterdifferenz von mehr als 7:1. Queere und Transrealitäten, Menschen mit Behinderung und People of Colour bleiben dabei gänzlich unsichtbar.
Whose Stories untersucht städtische Erinnerungskultur und widmet sich vielfältigeren Karlsruher Stadtgeschichten durch Audiocollagen, die auf einer interaktiven digitalen Karte und in Soundwalks erfahrbar gemacht werden. Dabei werden Politiken der Sichtbarkeiten auf unterschiedlichen Ebenen greifbar: Beispielhaft wird aus intersektional feministischer Perspektive die aktuelle Erinnerungskultur in der Benennung Karlsruher Straßen diskutiert. Eine zweite Ebene widmet sich dem Erleben Karlsruhes über geschriebene Geschichte und bauliche Aspekte hinaus und betont ein Verständnis der Stadt als sozialen und emotionalen Raum. Dabei wird der Blick immer wieder aus Karlsruhe herausgehoben und gefragt: Wer wird unter welchen Umständen sichtbar und was für Geschichten werden erzählt?
Website mit der Karte zum Projekt: www.whose-stories.com
Gefördert im Rahmen des Projektförderprogramms für Medienkunst der UNESCO City of Media Arts Karlsruhe 2023.
Teil der Ausstellung Media art is here (2024).
Laufzeit: 15.08.2024 – 15.09.2024
Standorte: Rahel-Straus-Str., Hirschbrücke, Kronenplatz