Projektförderprogramm 2021

Juryentscheidung Projektförderprogramm 2021 für Medienkunst

Förderung von Medienkunst: Kulturamt der Stadt Karlsruhe vergibt 97.815 Euro für 14 Projekte

Mit der zweiten Ausschreibung des Projektförderprogramms UNESCO City of Media Arts vergibt das Kulturamt der Stadt Karlsruhe insgesamt 97.815 Euro an 14 Medienkunst-Projekte. Zwölf Projekte erhielten eine Förderung als lokale, in Karlsruhe stattfindende öffentliche Medienkunstprojekte, zwei Projekte eine Förderung als internationale Netzwerk-Aktivität, die der Intensivierung der Vernetzung, dem Austausch und der Kooperation im Bereich Medienkunst dienen.

Die geförderten Projekte setzen sich künstlerisch reflektierend mit aktuellen gesellschaftsrelevanten Themen wie Nachhaltigkeit und geschlechtlicher Gleichberechtigung auseinander. Ihr Spektrum reicht von interaktiven und Augmented-Reality-Installationen, Projektionen im öffentlichen Raum, Web-basierten Arbeiten und Applikationen bis zu crossmedialen Ausstellungen und Klang-Performances.

„Alle 14 geförderten Projekte haben die Jury mit ihren kreativen, zeitgenössischen und kooperativen Konzepten überzeugt. Sie werfen einen eigenständigen Blick auf relevante kulturelle und gesellschaftliche Fragen der Gegenwart und stellen eine Bereicherung im weiten Feld der Medienkunst in Karlsruhe dar. Die Qualität und Vielfalt der eingereichten Projektideen war beeindruckend und unterstreicht die hohe Akzeptanz und Bedeutung des UNESCO-Förderprogramms für die Karlsruher Kultur- und Medienkunstszene“, erklärt Kulturamtsleiterin und Juryvorsitzende Dr. Susanne Asche.

Zur Fachjury unter Vorsitz von Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche gehören Prof. Michael Bielicky (Staatliche Hochschule für Gestaltung),  Anja Casser (Direktorin Badischer Kunstverein Karlsruhe e.V.), Martin Wacker (Geschäftsführer Karlsruhe Marketing und Event GmbH), Philipp Ziegler (Leiter der kuratorischen Abteilung ZKM I Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe) und Anastasia Ziegler (Koordinatorin UNESCO City of Media Arts I Kulturamt der Stadt Karlsruhe).

Zwei weitere Projekte im Bereich der Medienkunst wurden außerhalb der UNESCO-Projektförderung vom Kulturamt gefördert.

Die Realisierung der Projekte soll ab dem zweiten Halbjahr 2021 umgesetzt werden. Gemeinsam mit weiteren Projekten des ZKM wird eine Auswahl an Projekten aus dem UNESCO-Projektförderprogramm ab dem 17. September 2021 im Rahmen der Medienkunstausstellung Seasons of Media Arts – Connected Future im öffentlichen Stadtraum ausgestellt werden.

 

Die Projekte im Einzelnen:

Lokale Projekte

Butterfly Plan des Medienkünstlers Fangchao Bi – eine interaktive Kunstinstallation, die das weltweite Artenssterben am Beispiel des massiven Rückgangs bei den Schmetterlingsarten thematisiert.

Time is Now – eine neue 2021/22 beginnende Ausstellungsreihe des jubez, in der lokale wie internationale künstlerische Positionen gezeigt werden sollen, die sich crossmedial auf aktuelle gesellschaftliche sowie kulturelle Herausforderungen beziehen.

Mit IdiomReplaceX erschafft der Medienkünstler Nils Menrad in Zusammenarbeit mit der Autorin und Lyrikerin Ann Cotten eine mobile, performative Installation, bei der literarische Filter auf beliebige Webseiten angewendet werden.

Das Werk KAPSEL / ECHO CHAMBER der Künstlerinnen Sarai Duke und Sarah Degenhardt interpretiert den Begriff der Echokammer als metaphorischen Raum, in dem Aussagen einer Person bestärkt und Störgeräusche, etwa anders lautende Meinungen, geschluckt werden in Form einer zeitbasierten, medialen Intervention im öffentlichen Raum.

Posteden des Künstlers Gerado Nolasco-Rózsás – eine ortsspezifische Augmented Reality-Installation mit dem Apfel als Hauptmotiv, dessen Bedeutung in der Beziehung mit der Menschheit in jedem Zeitalter und jeder Kultur anders ist. Als Metapher für unterschiedliche Aspekte des Begehrens dient er als Ausgangspunkt für die Analyse der Entstehung des menschlichen Subjektes.

Das interdisziplinäres Projekt Waldwärts des Badischen Staatstheater Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Medienkünstler Jonas Denzel, der norwegischen Theatermacherin Lisa Lie und dem Ausstatter Frederik Floen verbindet Theater und Medienkunst auf poetische Weise und thematisiert die Wiederherstellung der Beziehung zwischen Mensch und Natur.

NuclearWorldAnimations der Kinemathek Karlsruhe e.V. – eine interaktive Projektion vom Medienkünstler Michael Saup in Form verschiedener Echtzeit-Animationen unserer Welt, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung auseinandersetzen.

Das Projekt SERIOSITÄT und der (hohle) Zahn der Zeit der in Karlsruhe gegründeten Plattform für Künstler:innen und Ausstellungsmacher:innen ato – eine Mehrkanal Videoinstallation von den Künstlern Kilian Kretschmer und Benjamin Breitkopf rund um das Thema der "Seriosität“, gezeigt in verschiedenen Schaufensterflächen in Karlsruhe. Die Arbeit möchte die Wahrnehmung medialer Inhalte auf maximale Probe stellen.

The sound is the message des Medienkünstlers Hendrik Vogel – eine 20-30-minütigen Komposition von Ambient und zeitgenössischer Musik, die die Übermittlung von Botschaften durch Klang und die Zusammenhänge im Kontext der Geschichte der Nachricht und Kommunikation untersucht und in einer Mehrkanalperformance präsentiert werden soll.

Himmel über Karlsruhe des Medienkünstlers Michail Rybakov – eine Web-basierte Arbeit, die das Licht Karlsruhes einfängt, präsentiert und archiviert. So kann jede Person, die eine Verbindung zu Karlsruhe hat, ganz unabhängig davon, wo sie sich gerade befindet, die Webseite besuchen und den Himmel über Karlsruhe sehen.

Kinetisches Lichtobjekt des Lichtkünstlers Rainer Kehres – ein Lichtobjekt bestehend aus einem großformatigen Röntgenbildbetrachter aus den 60/70er Jahren, der als Leuchtkasten dient und auf dem Bildschirm ruhig einander fließende, abstrakte Farbräume zeigt.

Shadow Play des Künstlers und Musikers Dan Wilcox – eine Applikation, die die Architektur und Licht der Stadt durch Klang erkundet. Mit einem am Fahrrad montierten Sensor und einem zum Himmel gerichteten Smartphone werden die gezeichneten Muster von Licht und Schatten zur Musikpartitur, während man die Straßen der Stadt entlangfährt.

Internationale Netzwerk-Aktivitäten

Embrace der bildenden Künstlerin und Fotografin Karolina Sobel und der multidisziplinären Künstlerin Kerstin Möller – ein mehrtägiges Festival, das eine Vielzahl medialer Künste wie Videoarbeiten, Fotografien, Installationen, Performances und Workshops vereint. Nach Karlsruhe sind Stationen in der UNESCO Creative City of Music Hannover sowie in verschiedenen polnischen Städten geplant.

Å Radio Roundtable der Medienkünstlerin und Professorin an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Füsun Türetken in Zusammenarbeit mit der multidisziplinären Künstlerin Kerstin Möller – eine Initiative, die das Format Online Radio und die Form des Podcasts als hybrides und alternatives Lernformat etabliert.

Partner

  • KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH
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  • KTG Karlsruhe Tourismus GmbH
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  • Stadt Karlsruhe – Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing
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